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Zwischen dem 18. und dem 19. Jahrhundert war der bragozzo das verbreitetste Boot auf der Adria. Es wurde für den Fischfang an der Küste und auf offenem Meer verwendet.

Sein Ursprung ist sicherlich sehr alt und er stammt wahrscheinlich aus den "valli da pesca" (Nebenwasserspiegel der Lagune) in der Umgebung von Chioggia. Von daher hat er sich später der ganzen venetischen Küste entlang bis zur Romagna und nach Istrien verbreitet.

Man hat leider sein ursprüngliches Aussehen vergessen, da sich der bragozzo im Lauf der Zeiten je nach den Bedürfnissen der Fischer, die ihn benutzten, verändert hat.

Am Anfang war der bragozzo kleiner, mit sechs bis neun Metern Länge, er war also kürzer als die uns bekannten Exemplare, weil er meistens innerhalb der Lagune, in den "valli" oder dem Ufer entlang, verwendet wurde.

Aus ökonomischen Gründen ist die Geschichte vom bragozzo eng mit der der tartana, des alten Chioggia-Boots für den Hochseefischfang, gebunden.

Im 18. Jh. verschwand die Tartana zugunsten des bragozzo und er entwickelte sich dann auch in der Größe; er wurde allmählig verändert und verstärkt bis er dem offenen Meer geeignet wurde; er wandelte sich dann zu einem Hochseeboot. Der bragozzo erreichte nämlich über vierzehn Meter Länge, er behielt aber das Verhältnis Länge/Breite (etwa vier zu eins) praktisch unverändert.

Der Rumpf trug falche und hatte charakteristische rundliche Formen, der Bug war hoch und dick und das Heck breit, niedrig und zurücktretend.

Er hatte fast immer ein Deck und zwei große Luken; er wurde einfach und sparsam gebaut, er erwies sich aber immer als außerordentlich robust. Wegen seines flachen Bodens hatte er einen minimalen Tiefgang.

Je nach der Länge des Rumpfs war er mit einem oder zwei Masten mit Luggersegeln ausgerüstet; einer seiner auffälligsten Merkmalen war der Steuerruder a calumo (mit Außenkabel), der im Teil unter dem Wasser sehr breit war und dem Boot Stabilität sicherte.

Die bragozzetti waren kleiner und hatten nur einen Mast. Dieser war oft so eingesetzt, daß man ihn zum Not leicht abbauen konnte.

Die Boote aus Istrien sahen plumper aus, vor allem am Heck, und wurden manchmal mit einem Kiel versehen; die Boote aus Venetien waren schlanker und ihr Heck ähnelte dem vom topo.

Ihr Rumpf mit flachem Boden machte diese Boote besonders für die Schleppfischerei geeignet. Sie übten sie gewöhnlich zu zweit aus und benutzten dabei ein großes Netz apulischer Herkunft , das cocchia oder còcia hieß.

Größere bragozzi waren in der Lage, auch einzeln mit Schleppnetzen zu fischen: dabei bewegten sie sich zur Seite unter dem Schub des Winds und benutzten die spontèri (zwei Stäbe, einer über dem Bug, einer über dem Heck), um das Netz geöffnet zu halten. In diesem Fall verwendeten sie als Netz die tartana: sie war der cocchia ähnlich, aber kleiner im Ausmaß.

Die bragozzi haben auch durch Bleigewichten schwer gemachte Netze benutzt, die den Meeresboden durchsuchten. Darunter waren z.B. der ostreghèro oder, vor kürzerer Zeit, der rampone.

Mit dem Anbruch am Anfang des 20.Jh. der "tavole divergenti" (rundförmige Bretter, die die Ränder des Schleppnetzes offen hielten) und des Motors war ein einziger bragozzo in der Lage, ohne große Schwierigkeiten große Netze zu schleppen.

Der bragozzo wird heute noch in Chioggia von einigen Fischern benutzt, aber er hat keinen Mast mehr und ist mit Motor versehen.

 



Modell aus Nußbaum-, Buchen- und Sommereichenholz

mit synthetischem Glanzlack bemalt

Länge: 120 cm.

Maßstab: 1:10