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Die Gondel ist der bekannteste unter den Lagunenbooten.

Sie ist der einzige Typ unter den riemengetriebenen Lagunenfahrzeugen, der noch heute zu einem Handelszweck und zwar für die Personenbeförderung benutzt wird.

Andere Arten, wie bereits gesehen, wurden neulich wieder imstande gesetzt, aber jedes Mal nur zu Freizeit- oder Regattazwecken.

Die Gondel stellt das Ergebnis einer jahrhundertelangen Entwicklung dar, die die größte mögliche Vollkommenheit zu einem bestimmten Zweck in einem bestimmten Raum anstrebte. In sich enthält sie alle wesentlichen Merkmale aller Bootstypen der Lagune, obwohl sie wieder bearbeitet und angepasst wurden.

Bevor der Motor erfunden wurde, existierten mehrere Sorten Gondel, die zu entsprechend verschiedenen Zwecken gut waren.

Die Gondel wird durch ihre besondere Form kennzeichnet: im Bezug auf die Mittelachse ist der Bootskörper asymmetrisch gebaut, d.h., die linke Seite ist höher über den Boden als die rechte Seite.

Unter den anderen Lagunenbooten haben nur der gondolin und der sandolo puparin, obwohl in geringerem Maß, den gleichen Merkmal.

Der Schwerpunkt vom Boot ist erheblich von der Mittelachse entfernt und das würde zu einer ständigen Krängung führen, wenn der Kielteil, der unter Wasser bleibt, also an derselben Seite der Krängung, nicht gewölbt wäre. So wird der Schub der Gondel exakt auf die Senkrechte des Schwerpunkts gebracht.

Die Rippen einer Gondel werden auf der linken Seite länger gebaut als rechts, sodass die Mitte des Hauptgerippe etwa 15 Zentimeter von der Achse zwischen Bugspitze und Heck entfernt ist. Das erzeugt die Wölbung an der linken Seite, also an der Seite des Ruderers - der Ruder taucht rechts ins Wasser.

Außerdem ist die linke Seite, wie oben beschrieben, höher als die rechte, deshalb scheint die Gondel, wenn sie leer ist, an der rechten Seite gekrängter als sie in Wirklichkeit ist.

Das Gewicht des Gondoliere verursacht eine Kränkung auf der linken Seite, aber mit Passagieren an Bord neigt sich der Boden nach rechts zurück.

Unter solchen Bedingungen bildet der Bootsboden eine schräge Ebene vom Heck nach oben zum Bug und gleichzeitig nach unten. Nach rechts und longitudinal folgt sie ungefähr der Linie von der Plattform des Ruderers zum Vorsteven.

Diese drei Neigungen, die auf der Heckseite des Bodens deutlicher sichtbar sind, verursachen also eine Abweichung nach rechts und dienen zum Ausgleich des Ruderschubs nach links. Die Neigung der Gondel auf der linken Seite reduziert außerdem die Entfernung zwischen dem Kiel und dem Wasserdruckpunkt auf das Ruderblatt und verringert so die Mühe des Ruderers.

Bei ihrer Bewegung nach Vorne fährt die Gondel "scarrocciando" (driftend) wie ein Segelboot, das hart am Wind segelt, d.h. die Bug-Heck-Achse bildet einen Winkel mit der tatsächlichen befahrenen Fahrbahn.

Das geschieht auch in den anderen Lagunenbooten mit einem einzigen Ruder, aber bei der Gondel ist dieser Winkel sehr gering und dank der Form des Boots ergibt er keine zu große Steigerung des Widerstands gegen die Bewegung.

Eine Gondel wird nach der traditionellen venezianischen Methode gebaut und besteht aus mehreren Hölzern, die den Aufgaben der verschiedenen Strukturen dienen.

Die Stevens und die drei Hauptrippenpaare (corbe maistre) werden auf dem festen Stutzbalken (cantier) auf vorbestimmten Stellungen festgemacht; dann werden die oberen Teilen der Beplankung, die serci, an die maistre (Hauptrippen) und an die aste (Stevens) fixiert.

Damit die zwei Planken der serci eine Doppelbeugung gewinnen, werden sie zuerst nass gemacht und dann mit Feuer erwärmt; danach baut man die restlichen corbe (Rippen) ein, die aus einem unteren flachen Teil (piana) und zwei senkrechten Teilen (die so genannten sanconi), bestehen.

Zu merken ist, daß die beiden sanconi in der Gondel auf den zwei gegenüberstehenden Seiten der piana fixiert werden.

Die Krümmung an Bug- und Heckseite wird mittels zusätzlicher Bretter (simonele) gewonnen. Dann baut man an Bug und an Heck die Außenrippen ein (volti und sanche branae genannt).

Darauf folgen die zwei nerve (waagerechte Bretter entlang der Seite) und die zwei corboli (schmalere Bretter die auch waagerecht unter den nerven laufen), sie entsprechen den trincarini (Steuerbordseiten) und den dormienti (Streifbalken), und die dazugehörigen cugni (Befestigungskeile) und castagnole.

Bevor man den Bug und das Heck deckt, werden die trasti (Verstärkungsbretter, die beide Seiten vom Boot verbinden) eingebaut: der trasto da prova (Bugbrett), der trasto da pope (Heckbrett), der trasto grando (großes Brett), der trasto de meso (Mittelbrett) und der trasto picolo (kleines Brett), dazu der pesso davanti (ein zu den anderen rechtwinkliges Brett) für die zwischen trasto grando und trasto da pope gelegene Plattform des Ruders.

Jetzt wird der Rumpf umgekippt, mit Streben und Gestellen festgehalten und weiter durch Wasser und Feuer gekrümmt.

Danach ergänzt man die Beplankung mit der colomba da prova e da pope (Endseiten vom Brett, das die Mitte des Gondelbodens darstellt), mit den sandoli (Seitenteile des Bodens) und den copi (zwei lange Latten als Deckung der Kante), dazu die nonboli, die mit copi und serci die Deckung der Seiten ergänzen.

Die Beplankung wird dann sorgfältig mit Werg kalfatert (abgedichtet).

Nachher kippt man die Gondel wieder für die Vollendung um; man baut die "masse" oder "falche" (zwei Scheuerleisten, die beide Seiten auf ihrer ganzen Länge gegen Stoße schützen) und die Plattformen für den Ruderer, "soralai" und "ponta pie" (kleinere Plattform, gegen die der Ruderer einen Fuß stemmt) ein.

Normale Gondeln werden immer schwarz angestrichen, aber man wählt auch andere Farben für Regatta-Gondeln und für gondolini.

Nach der Lackierung verziert man den Rumpf durch den fero di prova (Bugbeschlag), den fero da pope (einen kleineren Metallbeschlag am Heck mit überwiegendem Schutzzweck) und den parecio, d.h. alle Schmuckverzierungen und die innere Ausstattung mit Sesseln und Polsterung.

 



Modell aus Nussbaum-, Kirchen-, Lärchen- und Sommereichenholz, Tamponvollendung mit schwarzem Lack, Beschläge aus Silberschmelze

Länge: 108,50 Zentimeter

Maßstab: 1:10

Entwurf von G.Penzo