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Der Gondel existieren mehrere graphische Darstellungen von Künstlern aus dem 15. und 16. Jh., die mit ihrer Form vertraut waren.

Unter diesen Kunstwerken hat sich "Das Wunder der Kreuzreliquie" von Vettor Carpaccio von besonderer Nützlichkeit erwiesen. Dem Bild kann man am besten, von der Größe des Ruderers und von anderen bekannten Massen ausgehend, die Hauptdimensionen entnehmen.

Wie man leicht nachprüfen kann, wurde der untere linke Teil des Gemälde, da wo auch der Bug der Gondel mit dem schwarzen Gondoliere steht, in der Vergangenheit restauriert. Die Konturen dieses Boots sind ganz verschieden von denen der übrigen Gondeln auf dem Bild und zeigen, daß das Bild in einer Zeit restauriert wurde, als die Gondel bereits eine weniger spitze Form als in der Renaissance hatte.

Es wurde nachgewiesen, daß die Gondel zu jener Zeit einen symmetrischen Rumpf mit flachem Boden hatte und ein Heck, das länger als der Bug war.

Die Seiten sind ausgeweitet und werden unten bei der Bodenkante (nonboli) rund.

An Bug und Heck gibt es eine von den trasti abgegrenzte Deckung ohne Querstütze; am Heck ist dazu ein bewegliches Brett zwischen der Wegerung auf dem Boden und dem trasto des Decks eingebaut.

Ein zweiter kleinerer trasto ist neben der Rudergabel auf der Bugseite. Am Bug befindet sich zwischen Boden und trasto ein weiteres Brett mit dem Doppelzweck von Sitz und Stufe.

In der Mitte gibt es auf dem corbolo eine waagerechte Sitzbank und eine Rückenlehne mit mehreren beweglichen Teilen steht auf der nerva. Manchmal gibt es auf dem corbolo hinter der Hauptbank, auf der Seite des Bugs, eine zweite Sitzbank, damit mehr als ein Passagier bequem sitzen können.

Die masse (oder falche) sind sehr klein.

Ein interessantes Detail, dessen Zweck jedoch unsicher ist, ist eine Art Gesims mit anscheinend halbrundem Schnitt (2 oder 3 cm.), das ab dem Hintersteven cirka 20 cm. unter dem oberen Rand läuft und eine scharfe Kurve gegen den "trasto de meso" bildet.

Man kann ausschließen, daß es sich um ein Seil handelt, das nur an beiden Enden befestigt ist. Wahrscheinlicher ist, daß das hölzerne Gesims den Zweck hatte, die Beplankung gegen das Reiben durch den Ruder zu schützen, wenn dieser bei Drehmanöver auf den Rand den Hebel ansetzte.

Die Rudergabel besteht aus einem Brett aus Holz, das etwa 70 Zentimeter über die nerva hoch ist. Sie besitzt zwei Ruderauflagen: auf der unteren sitzt der Ruder, mindestens im Fall eines einzigen Ruderers.

So eine Rudergabel war leicht zu bauen, aber selbstverständlich wurde sie vom Reiben des Ruders bei all den Dreh- und Bremsmanövern schnell abgenutzt.

Die Stellen mit größerer Abnutzung empfohlen wahrscheinlich im Lauf der Zeit eine nicht mehr flache, sondern eine dreidimensionale Riemengabel, die bei jeder Bewegung des Ruders einen Drehpunkt mit weiterer und senkrechterer Fläche anbieten könnte.

Die Deckung für die Passagiere (felse) war sehr einfach, zweckmäßig und leicht abmontierbar. Zwei hölzerne Bögen waren wahrscheinlich in die nerva oder in den corbolo eingesetzt; die Deckung aus "rassa" (schwerer, als Teppich gewebter Stoff) wurde an waagerechten Stäben festgemacht, ausgebreitet und oben mit den Bögen gebunden oder nach unten bis zur Flanke des Boots gestreckt.

Auf das Bugdeck legte man die "zenia", ein viereckiges, um den Steven gebundenes Tuch. Um das Rutschen zu vermeiden, wurde das Bugdeck mit zwei Querlatten versehen. Die Zenia ging vom trasto zur Mittelbank und weiter hinunter bis zur Wegerung.

Beide Stevens waren von einem Metallstreifen geschützt, der oben gebogen und auf dem Deck festgemacht war. An diesem Streifen war der Ring für die Vertäuung fixiert.

Aus dem Schutzstreifen vom Heck ragten zwei Metallknöpfe hervor: sie konnten vielleicht die Scharnieren eines vermutlichen Steuerruders halten oder sie waren einfach Köpfe von Befestigungszapfen mit dekorativem Zweck.

Es scheint nämlich, und es wird auch von späteren Bildern bestätigt, daß sich der fero da prova (Bugbeschlag) und der fero da pope (kleinerer Metallbeschlag) langsam daher entwickelt haben.

Außen war der ganze Rupf schwarz, bis auf einem leicht gekrümmten Band etwas über der Schwimmlinie.

Das helle frisch bearbeitete Holz wurde vielleicht vor der Lackierung mit einer schädlingsbekämpfenden Mischung auf Grund von Talg gestrichen.

Der Riemen war 3,40 Meter lang, und sein Blatt hatte, wie heutzutage, ungefähr ein Drittel der Gesamtlänge.

Hier die wichtigsten Maßen, die man aus der Ikonographie entnommen hat:

Gesamtlänge: 9,05 Meter - 26 Veneto-Fuß

Gesamtbreite: 1,39 Meter - 4 Fuß und 8 Deda

Gesamthöhe auf der Mitte: 0,59 Meter - 1 Fuß und 11 Deda

Diese Ausmaßen werden, einzeln und den verschiedenen Verhältnissen, in der Handschrift von Theodoro De Nicolò "Arte de far vaselli" (Schiffsbaukunst), aus ca.1550 bestätigt (davon existieren zwei Originalexemplare: das eine befindet sich in der Bibliothek "Marciana", das zweite im Staatsarchiv von Venedig). In der Handschrift werden die Maßen in Veneto-Fuß und in Deda erwähnt und wir haben in der vorhandener Rekonstruktion den Veneto-Fuß als Bezugmaßeinheit benutzt.

 



Länge: 90,50 cm

Maßstab: 1:10

Modell aus Buchen-, Nussbaum-, Sommereichen- und Lärchenholz

Endanstrich mit Schellack

nach den Gemälden von Vettor Carpaccio (1494-5) und Gentile Bellini (1495 ca.) mit Bezug auf weitere historische Angaben von Riccardo Pergolis und Ugo Pizzarello wieder erbaut